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Nachlese - Ausflug - 19.03.2005
"WDR - Mehr hören. Mehr sehen. Mehr erleben."

Eine etwas andere Führung durch den Westdeutschen Rundfunk

Am Samstag, den 19. März versammelten sich 38 Sehbehinderte und Blinde, um an einer Führung durch den Westdeutschen Rundfunk in Köln teilzunehmen. Den zentralen Treffpunkt stellte der Kölner Hauptbahnhof dar. Von dort aus gingen die Teilnehmer zum Besucherzentrum des WDR.

Im Besucherzentrum begrüßten uns Frau Hosek und Frau Neùl, welche uns durch den Westdeutschen Rundfunk begleiteten.

Den Auftakt bildete ein kurzer Informationsfilm über den WDR, der auf mehreren großen Monitoren gezeigt wurde. Der Film bot einen Überblick über das breite Aufgabenspektrum des WDRs. Selbst für Teilnehmer, die nur über einen sehr geringen Sehrest verfügen, bot der Film sehr viele Informationen, da dieser sehr gut kommentiert war.

Im Anschluss an diesen ersten informativen Überblick begann die eigentliche Führung durch die verschiedensten Bereiche des WDR.

Frau Hosek und Frau Neùl führten uns durch ein Hörspielstudio. Hier wurde uns ein Eindruck davon vermittelt, wie Hörspiele des Westdeutschen Rundfunks produziert werden.

So erfuhren wir viel über die Tricks, die angewendet werden, wenn beispielsweise ein Sprecher seine Stimme so verändern möchte, dass sie laut oder leise wirkt. Dies war in einem speziellen Raum möglich, welcher mit Stellwänden ausgestattet ist, die an einer Seite mit Kunststoff und an der gegenüberliegenden Seite mit einer weichen Filzschicht beschichtet sind. Die Teilnehmer der Führung konnten hier selbst durch ihre Stimme und ihr Gehör Erfahrungen sammeln und erhielten einen Eindruck, davon wie einfach es ist, verschiedene Situationen akustisch darzustellen.

Einen Höhepunkt bot der schalldichte Raum. In diesem Raum werden Aufnahmen im Freien simuliert. So war es hier möglich, das Gehen auf Kies, Sand, Stroh oder Rasen zu simulieren. Die Wände des Raumes sind mit dicker Glaswolle präpariert. Des weiteren ist ein Teil des Raumes wie eine Schnecke aufgebaut. Durch den schneckenförmigen Aufbau demonstrierte man uns, wie Stimmen beim Verlassen eines Raumes leiser werden. Der Raum wirkte auf sehende Teilnehmer gleichermaßen beeindruckend und beklemmend, wohingegen blinde Teilnehmer kein beklemmendes Gefühl verspürten.

Der weitere Weg durch den WDR führte uns ins Studio 1, dem Klaus von Bismarck Saal. Darin werden zahlreiche Konzerte des WDR aufgezeichnet bzw. live übertragen.

Den Abschluss der Führung bildete ein Fernsehstudio, in dem für die Sportschau Probeaufnahmen stattfanden.

Nach zwei Stunden spannender und interessanter Führung ließen wir den Tag bei einem gutbürgerlichen Mittagessen im Brauhaus "Alt Köln" ausklingen. Dieses gemütliche Beisammensein nutzten viele Teilnehmer um Erfahrungen auszutauschen und das Erlebte Revue passieren zu lassen.

Aus vielen Gesprächen zeigte sich, wie wichtig für die Teilnehmer Veranstaltungen dieser Art sind und dass viele Sehbehinderte und Blinde im Alltag immer noch mit sehr vielen Problemen zu kämpfen haben.

Die Teilnehmer sowie die beiden Damen des WDRs haben von dieser Führung sehr viele Erfahrungen und Eindrücke mitnehmen können.

Frau Hosek und Frau Neùl haben durch die sehbehinderten und blinden Teilnehmer erfahren, welche geringe Rolle das Auge im Bereich der Hörspielproduktion und im Bereich des Rundfunks hat, denn viele Informationen können durch andere Sinnesorgane aufgenommen werden.

Alles in Allem war die Führung durch den WDR und das abschließende Beisammensein für unsere Mitglieder ein schönes Erlebnis.

Bis zum nächsten Ausflug...


















































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