Nachlese zum Eltern Kind-Kurs 2006

Schon zum zweiten Mal fand vom 1.-3. Dezember 2006 in Geseke/Ostwestfalen ein Eltern-Kind-Kurs zum Thema "Ich bin sehbehindert" statt. Die Organisatorin Elisabeth Krych hat ein tolles Programm auf die Beine gestellt und so haben sich rund 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit anderen Familien Erfahrungen auszutauschen. Manche waren auf der Suche nach anderen betroffenen Familien, gerade diejenigen, die neu mit der Behinderung ihrer Kinder umzugehen lernen mussten, hatten viele Fragen, die hoffentlich Antworten gefunden haben. Andere wollten neue Informationen erhalten oder einfach gemeinsam Spaß haben.

Die Kinder wurden während der Veranstaltungen durch ein Team junger Leute, die zum Teil selbst sehbehindert sind, sehr gut betreut. Es stand gemeinsamer Sport auf dem Programm, ein Ausflug zum Wildgehege wurde unternommen, es wurde zusammen gespielt und gebastelt, geschwommen und in der Kinderdisco ging die Post ab. Manch einem der jüngsten Teilnehmer fiel der Abschied von den neuen Freunden dann doch sichtlich schwer. Vielleicht trifft man sich im nächsten Jahr ja wieder?

Wir Eltern konnten durch verschiedene Vorträge und Diskussionsrunden eine Vielzahl von Tipps, neues Wissen und ein Stück Zuversicht mit nach Hause nehmen. Der Sehbehindertenpädagoge Frank Laemers berichtete über das ISaR-Projekt. ISaR steht für "Integration und Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit einer Sehschädigung an Regelschulen". Ins Leben gerufen hat dieses Projekt die Universität Dortmund. Eltern und Lehrer finden dort eine umfangreiche Datenbank zu verschiedensten Themen, die Sehbehinderte betreffen.

Ulrich Zeun, Lehrer an der Dortmunder Förderschule informierte über das Schulleben an einer Sehbehindertenschule.

André Thumernicht, Rechtsberater der Pro Retina referierte zum Thema "sozialrechtliche Fragen" und hat uns geholfen, uns im Dschungel der Paragraphen besser zurechtzufinden.

Teilnehmer des Segelprojektes für sehbehinderte/blinde Kinder und Jugendliche des BFS Berlin-Brandenburg stellten das Segelprojekt vor.

In einer Hilfsmittelausstellung konnten sich Eltern und Kinder kompetent beraten lassen und viele Hilfsmittel auch direkt vor Ort einmal ausprobieren.

In verschiedenen Diskussionskreisen wurde mit den Betreuern über Probleme im Schulalltag und deren Lösung, Mobbing, Sport, Freizeitmöglichkeiten und Berufschancen gesprochen. Die Lebensfreude und Zuversicht der jungen Leute hat hoffentlich einigen Eltern die Zuversicht in eine gute Zukunft ihrer eigenen Kinder verstärkt.

Die Atmosphäre an diesem Wochenende war sehr familiär, es wurde viel gefragt, geredet und gelacht. Manch geknüpfter Kontakt bleibt vielleicht auch über das Seminar hinaus bestehen und immer wieder war zu hören: wenn es den Kurs im nächsten Jahr auch wieder gibt, sind wir wieder mit dabei!

Ein größeres Lob kann es für die Organisatoren doch gar nicht geben! Elisabeth Krych und dem gesamten Betreuer-Team noch mal ein ganz herzliches Dankeschön für das tolle Wochenende!

Frauke Marzinzick


Eltern-Kind-Kurs "Ich bin sehbehindert" war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg.

Wir, die Familie Braun, waren nun schon zum 2. Mal dabei und wurden wieder nicht enttäuscht. Das Seminar hatte für alle eine Vielzahl an Informationen bereit und es gab genügend Zeit sich mit den anderen Eltern ausführlich auszutauschen.

Unsere Tochter Alina wurde während der gesamten Vorträge von einem super Betreuerteam liebevoll bei Laune gehalten. Auch in diesem Jahr haben sich unter den Kindern tolle Kontakte entwickelt und ich denke alle hatten eine Menge Spaß. So pflegt Alina, seit dem Wochenende, eine sehr intensive Brieffreundschaft mit einem gleichaltrigen, sehbehinderten Mädchen.

In lebhaften Diskussionsrunden hatten wir Eltern die Möglichkeit mit sehbehinderten Jugendlichen, über deren Erfahrungen in Schule, Freizeit und Sport, nachzufragen. Sie standen uns tapfer Rede und Antwort. All das war sehr positiv und alle stellten doch immer wieder fest, dass es kaum Unterschiede zu "normal" sehenden Jugendlichen gibt. Das macht sicher vielen Eltern Mut für die Zukunft unserer Kinder zu kämpfen und sich nicht von Behörden, etc. abwimmeln zu lassen.

Unter den Kindern und Eltern war das ganze Wochenende eine tolle Atmosphäre, bei der sich alle wohl gefühlt haben.

Auch unser größter Dank gilt selbstverständlich den Organisatoren, die dieses tolle Wochenende für uns Eltern auf die Beine gestellt haben. Ebenso danken wir dem Betreuerteam, was sich nie hat aus der Ruhe bringen lassen hat und unsere Kinder alle so angenommen haben wie sie sind.

Herzlichen Dank Frau Krych und Team.

Bis zum Seminar 2007!

Alexandra Braun


Nachlese: Eltern-Kind-Kurs 2005


Fotoserie: Eltern-Kind-Kurs 2006